Dr. Helmut Hiertz
Facharzt für Neurochirurgie
 

 

Wirbelsäulenchirurgie, Wirbelsäulentherapie,

konservative Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen

 
 
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    • Vorträge 2016     • Vorträge 2009-15


 

 

 

 

 

 

 

 

 





 

Behandlungsstrategie bei lumbaler Stenose

Die knöcherne Einengung des Wirbelkanals führt zur Druckwirkung auf die innerhalb der Wirbelsäule im Wirbelkanal laufenden Nerven und zur Druckwirkung auf die austretenden Nerven.

 

Normaler Kanal                                                           

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Enger Wirbelkanal

 

Klinik:
Durch diese Druckwirkung entstehen Schmerzen mit Ausstrahlung ins Bein und eine Claudicatio spinalis - Symptomatik, d.h. durch die Schmerzen ist die Gehstrecke unterschiedlich verkürzt. Die betroffenen Personen müssen nach einer unterschiedlich langen Gehstrecke eine Pause machen, sich hinsetzen oder durch Vorbeugen den Wirbelkanal entlasten. Abhängig von der Stabilität der Wirbelsäule können auch erhebliche Rückenschmerzen entstehen.


Abklärung:
In der Abklärung mit Röntgen und MRI der Lendenwirbelsäule wird die Stellung der Wirbel zueinander beurteilt – hier kann z.B. eine Skoliose (Wirbelverschiebung zur Seite) oder eine Listhese (Wirbelverschiebung nach vorne oder hinten) zu sehen sein. Weiter wird die Krümmung der Wirbelsäule beurteilt. (Die Krümmung nach vorne –Lordose- hängt vom Winkel zwischen Hüftkopf und Kreuzbein ab und ist für jeden Menschen von Geburt an definiert).

Normale Lordose                              Listhese                                   Skoliose
Ist die Stenose mit der Bildgebung bewiesen und verursacht diese erhebliche Rückenschmerzen und/oder Beinschmerzen bzw. eine Claudicatio spinalis Symptomatik, sollte eine individuell abgestimmte Therapie erfolgen. 


Therapie:

Diese beginnt mit einer medikamentösen Therapie in Form von Tabletten oder Infusionen mit zusätzlicher Physiotherapie und Heilgymnastik.
Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen, kann eine Cortisontherapie durch Punktion des Wirbelkanals erfolgen, bei erheblichen Rückenschmerzen auch eine Infiltrationsbehandlung der Wirbelgelenke. Die Cortisonbehandlung im Wirbelkanal kann zusätzlich durch eine Kontrastmitteluntersuchung des Wirbelkanals (Myelographie) ergänzt werden, die den Vorteil hat, dass man die Enge des Kanals und eventuelle Wirbelverschiebungen bei Belastung im Stehen und bei Bewegung beurteilen kann. (Manchmal wird im MRI der LWS die Stenose nicht gesehen).

Im MRI Einengung L2/3, in der Myelographie Einengung L 2/3 und L3/4, bei Vorbeugung die Druckwirkung behoben.


Durch diese Punktion und Infiltration kann es für längere Zeit zu einer deutlichen Verbesserung kommen. Ist die Zeitspanne der Verbesserung aber sehr kurz, sollte an das chirurgische Vorgehen gedacht werden.
Vor der Operation muss die Stabilitätssituation geklärt sein. Bei stabiler Wirbelsäule kann mikrochirurgisch der Wirbelkanal erweitert werden (undercutting) ohne die Architektur der Wirbelsäule zu stören. Früher wurden der gesamte Dornfortsatz und die Wirbelbögen entfernt (Laminektomie) – dies führte häufig zur Wirbellockerung und zur neuerlichen Einengung (diese OP –Methode sollte als historisch betrachtet werden).
 

 

Laminektomie – es fehlen die hinteren Elemente, 2.Bild Unterschneidung und Entlastung vom Kanal

Ist die Stabilität der Wirbelsäule gestört, dann muss die Operation mit der Entlastung des Wirbelkanals ( undercutting – mikrochirurgisch) und einer Stabilisierung kombiniert werden.

 

Stenose mit Deformität L 3-5 – Dekompression und Stabilisierung