Dr. Helmut Hiertz
Facharzt für Neurochirurgie
 

 

Wirbelsäulenchirurgie, Wirbelsäulentherapie,

konservative Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen

 
 
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    • Vorträge 2016     • Vorträge 2009-15


 

 

 

 

 

 

 

 

 





 

 

Das Ilio-Sacral-Gelenk (SI – Gelenk) oder Kreuz-Darmbein-Gelenk

 
Das SI-Gelenk bildet die Verbindung zwischen Wirbelsäule und Becken. Das knöcherne Becken bildet das Fundament, auf dem der Rest der Wirbelsäule aufbaut. Die durch den Lastwechsel beim Gehen entstehenden Kräfte werden über das Hüftgelenk in das Becken eingeleitet. Es kommt beim Lastwechsel zu kleinen Bewegungen des Beckens in sich. Diese Bewegungen finden in der Symphyse und den Kreuz- Darmbein-Gelenken statt.
 Abb1
Eine gestörte Stellung der Wirbelsäule – Profilstörung – aber auch Deformitäten sowie Überlastung können zu einer Dysfunktion des SI- Gelenks und in weiterer Folge zu einer Arthrose (Abnützung) führen. Weitere Faktoren sind Brüche im Beckengürtel und angeborene Fehlstellungen.
 Abb2Abb3

Die Schmerzen vom SI-Gelenk sind von jenen bei Abnützungen der Hüftgelenke aber auch von Problemen der Lendenwirbelsäule zu differenzieren. Manchmal sind allerdings beide Regionen betroffen und müssen daher auch gleichzeitig behandelt oder operiert werden.
Die Diagnose erfolgt aus der Klinik und der bildgebenden Diagnostik.
25% aller Kreuzschmerzen kommen vom SI-Gelenk!


Klinik:
Die Schmerzen sind im unteren Rückenbereich mit   Ausstrahlung in den Oberschenkel und die Leiste sowie ins Gesäß  vorwiegend vorhanden, deutliche Verstärkung beim Sitzen und Stehen. Nach kurzer Sitzdauer wird eine Schonhaltung eingenommen. Zusätzlich besteht meist ein deutlicher Druckschmerz über dem SI-Gelenk.

Diagnose:
Die Diagnose erfolgt mit Röntgen vom Becken und der SI-Gelenke  und dem knöchernem CT des betroffenen SI-Gelenks oder auch ein MRI.

 

Therapie:

Zunächst sollte immer über einige Monate eine konservative Therapie mit Schmerzmittel, gezielte Infiltrationen und Heilgymnastik und auch fallweise eine spezielle Miederbehandlung   durchgeführt werden.

Sollten diese Maßnahmen nicht greifen, kann mit einer Versteifung vom betroffenen SI-Gelenk zu 75% eine deutliche Besserung erzielt werden. Die Komplikationsrate der operativen Therapie  ist sehr niedrig.

Wichtig ist die genaue Planung und exakte Abklärung besonders wenn eine Versteifung der unteren Lendenwirbelsäule nötig ist. Ca 45% der Patienten, die eine Versteifung vom SI-Gelenk benötigen, haben bereits eine vorangegangene Operation an der LWS oder am SI Gelenk gehabt – man muss daher annehmen, dass bei vielen Patienten die SI-Gelenksproblematik nicht erkannt wurde.

 

Ein weiterer Risikofaktor sind vorangegangene langstreckige Versteifungen der Lendenwirbelsäule.


Operation:
Mit der SI-Gelenks-Operation kann bei vielen eine deutliche Verbesserung erzielt werden – wenn man von einer Schmerzskala ausgeht wo 0= kein Schmerz und 10= heftigster Schmerz ausgeht haben die Betroffenen vor der OP eine Intensität von 8-10 und nach der OP bis 3.
Es gibt verschiedene OP-verfahren wo entweder eine Spreizschraube (DIANA) und massiv Knochen in den Recessus eingebracht wird, der vorher unter Mikroskop exakt vom Bindegewebe und den Nervenendigungen befreit und angefrischt wurde,  aber auch  die von der Seite kommenden OP-Verfahren, die mit Schrauben  eine Fixierung vom SI-Gelenk machen.

Abb4Abb5
Wenn das SI-Gelenk und die LWS operiert werden muss, kann neben der LWS Versteifung zusätzlich eine Versteifung vom SI-Gelenk in der beschriebenen Ausräumung vom Recessus und Knochenanlagerung  erfolgen – in diesem Fall wird aber eine Verschraubung von der LWS auf den Beckenkamm ( Iliumschraube) durchgeführt, wodurch die Überbrückung erfolgt.
Abb 6,7,8,9,10
 
 
 
Patientin vor Jahren ALIF L5/S1, dann DIANA-OP vom SI-Gelenk